The Tedeschi Trucks Band

2010 entschieden sich Susan Tedeschi und Derek Trucks, ihre erfolgreichen Solokarrieren erst einmal ein wenig zurückzustellen, denn sie hatten Lust auf mehr. Das Ergebnis, die Tedeschi Trucks Band mit ihren zwölf Mitgliedern, ist seitdem sehr schnell zu einem Vorreiter der Modern Roots Music geworden.

Angeführt wird die Band von zwei Ausnahmemusikern: Trucks, der vom USMagazin ‚Rolling Stone’ auf Platz 16 der besten 100 Gitarristen aller Zeiten gewählt wurde, und Tedeschi, die mit einer Stimme gesegnet ist, die leidenschaftlich die komplette Bandbreite von powervollen R&B-Stücken bis zu wunderschönen Balladen abdecken kann. Hinzu kommen zwei Drummer, zwei weitere Sänger, ein Bläser-Trio, ein Bassist und ein Multi-Instrumentalist am Keyboard – auf jeden Fall ein großartiges Kollektiv begnadeter Musiker, bei dem die Summe noch besser ist als die einzelnen Bestandteile. Oder um die Worte der begeisterten US-Presse zu benutzen: „Eine höchst erfahrene Groove-Machine” (‚Los Angeles Times‘), die sich als „eine einzigartige Mischung musikalischer Chemie präsentiert, ebenso locker wie cool als auch heiß und aufstrebend“ (‚Relix‘). Kein Wunder, denn die Tedeschi Trucks Band konnte 2012 gleich mit ihrem Debüt „Revelator” einen Grammy gewinnen.

2012 folgte das dynamische Live-Album „Everybody’s Talkin’”, 2013 erschien der von der Kritik gefeierte Nachfolger „Made Up Mind“, der das wachsende Ansehen der Band aus Jacksonville als führende Blues Rock-Institution nachhaltig untermauerte. Ende 2014, nachdem Gitarrist Derek Trucks die Allman Brothers Band endgültig verlassen hatte, entschied sich die Band dazu, den Fokus vermehrt auf ihre legendären Live-Auftritte zu verlegen.

„Let Me Get By”, das dritte Studio-Album der Tedeschi Trucks Band ist im Frühjahr 2016 erschienen. Top-20 Platzierungen, u.a., in den USA und Deutschland waren – wie zu erwarten – das Resultat . Ein Jahr später, im März 2017, folgte das fantastische Live – Album „Live from the Fox Oakland“. Wieder stieg das Album hoch in die internationalen Charts ein.

Überhaupt steht die Tedeschi Trucks Band für unglaubliche Live-Qualitat. In den Staaten sind Auftritte vor über 20.000 Besuchern keine Seltenheit und auch in Europa steigt die Fan-Base mehr und mehr.2017 erhielt Susan Tedeschi den Blues Music Award in der Kategorie „beste zeitgenössische Bluesmusikern“. Weitere Preise erhielt die Band in den Kategorien „bestes Rock Blues Album“ (“Let me get by“) und „beste Blues Band“.

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Biographie

Mit ihrer 12-köpfigen Besetzung um das Ehepaar Tedeschi/Trucks war die Tedeschi Trucks Band von Anfang an eine Ausnahmeerscheinung in der US-amerikanischen Blues- und Rock-Landschaft, und auch hierzulande findet ihr scheuklappenfreier Sound stetig mehr Anhänger – so viele, dass sie zuletzt sogar die deutschen Top-20 aufmischen sollten. Den ganzen Facettenreichtum ihres Sounds entfalten sie nun ein weiteres Mal auf Signs, denn auch dieses Album, das insgesamt 11 neue Songs vereint, entstand durchweg „in großer Runde“ – in kollektiven Songwriting-Sessions. Kein Wunder, dass die Palette von astreinen Soul-Hymnen bis hin zu Balladen und druckvollem Rock reicht.

 

Gegründet im Jahr 2010, ist die Tedeschi Trucks Band eine echte (Groß-)Familienangelegenheit: Anstatt auf irgendwelche „kommerziell funktionierenden“ Feature-Auftritte zu setzen, holte die Band aus Florida auch fürs neue Album befreundete Gäste wie Warren Haynes, Oliver Wood und Doyle Bramhall II dazu. Das Gitarrenspiel und der Gesang von Derek und seiner Frau Susan wird dementsprechend eingerahmt von einem gewohnt dichten Instrumentalteppich: Bläser (Saxofon, Flöte, Trompete, Posaune), Keyboards, Backgroundgesänge, dazu viel Druck von Bass, Schlagzeug, Percussion.

 

Auch Signs entstand im Homestudio des Ehepaars, liebevoll Swamp Raga getauft, wobei sich Derek, Jim Scott und Bobby Tis gemeinsam um die Aufnahmen, das Abmischen und die Produktion kümmerten. Entscheidend hier: Um noch besser, noch satter zu klingen, nahmen TTB das vierte Album auf einer klassisch-analogen Zwei-Zoll-Bandmaschine auf. (Stichworte für Kenner: Neve-Mischpult; Studer-Bandmaschine aus den Siebzigern). Tatsächlich klingt ihr kollektiver Bluesrock-Entwurf noch umwerfender, noch wärmer als sonst.

 

In ihren Texten bezieht Susan Tedeschi klar Stellung und spricht sich u.a. für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Schutz unseres Planeten aus: „Dieses Abbruchbirnen-Denken muss aufhören; wir können doch nicht alles zerstören. Schließlich sitzen wir hier alle im selben Boot“, holt sie aus. Ein weiterer wichtiger Einfluss seien die vielen Todesfälle gewesen, die sich zuletzt im engeren Umfeld der Band ereignet haben: Verwandte wie Butch Trucks (Allman Brothers; Dereks Onkel) oder auch befreundete Musiker wie Gregg Allman, Leon Russell, B.B. King oder Colonel Bruce Hampton zählten unter anderem dazu. Mit dem abschließenden „The Ending“ verneigen sie sich vor Hampton, der für etliche Mitglieder der Tedeschi Trucks Band ein wichtiger Mentor war (und der tragisch im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem 70. auf der Bühne kollabierte und kurze Zeit später verstarb). „Susans Texte und ihre Stimme sind dieses Mal besonders wichtig, um das Album zusammenzuhalten“, so Derek über „The Ending“ und das Album als Ganzes. Dabei geht es natürlich nicht nur um Trauer: „I’m Gonna Be There“ und „Strengthen What Remains“ drücken ihre Zuversicht und ihre optimistische Grundstimmung schon im Titel aus. „Ja, wir schätzen uns sehr glücklich in unserer Rolle als Musiker“, so Susan weiter. „Wir haben schließlich die Möglichkeit, all der Negativität etwas Positives entgegenzusetzen. Das ist unsere Aufgabe.“ 

 

„Das hier ist das erste Album, das mich in eine ganz besondere Stimmung versetzt, wenn ich es mir anhöre“, sagt ihr Partner Derek. „Auch wenn die Leute nicht unbedingt wissen, wie man Akkordfolgen aufbaut oder einen Song arrangiert… das nicht, aber sie fühlen und verstehen einfach intuitiv, wenn einem eine Sache wirklich am Herzen liegt.“

 

Wie sehr dieser 12-köpfigen „Family Affair“ die Musik am Herzen liegt, belegt schon ein flüchtiger Blick auf ihren Tourkalender, der sie demnächst nach etlichen Shows in den USA auch wieder nach Europa bringen wird. Dabei waren selbst die vielen, vielen Live-Termine und die parallel dazu stattfindende Arbeit am neuen Album noch nicht genug: Sowohl Derek als auch Susan haben als gefragte Studiomusiker bei etlichen Kollegen ausgeholfen – er z.B. bei Eric Clapton und Wynona Judd; sie auf John Prines Album For Better, Or Worse oder auch für das Duett „Mixed Drinks About Feelings“ mit Eric Church. Kollaboration ist auch bei ihrem jährlich stattfindenden „Wheels of Soul“-Festival der Kerngedanke: Auch im zurückliegenden Sommer luden sie etliche Hochkaräter ein (u.a. Drive-By Truckers, Marcus King Band), mit denen nach den individuellen Auftritten auch gemeinsam gerockt wurde.

 

„Als Band sind wir ziemlich gut darin, uns jeden Abend neu zu erfinden“, meint Derek. „Das muss man auch, sonst wird’s langweilig. Natürlich darf man die Grundstimmung eines Songs nicht komplett aus den Augen verlieren, aber drum herum kann man sehr viel verändern, sehr viel erweitern.“ Entscheidend sei hier vor allem ihr Gatte Derek, findet Susan: „Er ist einfach ein echt grandioser Band-Leader. Eine alte Seele, so leidenschaftlich – und einer der besten Gitarristen der Welt. Er ist wahrscheinlich der Hauptgrund für unseren Erfolg, denn er gibt den anderen das nötige Selbstvertrauen.“

 

Was einst unter dem Namen Soul Stew Revival begann, mündete im Jahr 2010 in die Gründung der Tedeschi Trucks Band um das Ehepaar Susan Tedeschi/Derek Trucks. Zunächst 11-, heute 12-köpfig, räumte TTB schon mit dem offiziellen Debüt Revelator ab, das nicht nur postwendend die Top-15 der Billboard-200 aufmischte, sondern ihnen sogar den GRAMMY als „Bestes Blues Album“ (2012) bescherte. Seither legte die Band aus Florida die Studioalben Made Up Mind und Let Me Get By nach – beide wiederum Top-15 in den USA, letzteres auch bereits Top-20 in Deutschland. Let Me Get By vereinte, wie auch das neue Album, erstmals Songs, die von allen Bandmitgliedern geschrieben wurden. Außerdem gab es die gefeierten Live-Alben Everybody’s Talking und Live From The Fox Oakland (2017; D: #26). Seit Mitte des Jahrzehnts spielt die „großartige amerikanische Rock & Roll-Familienband“ (US-Rolling Stone) auch regelmäßig außerhalb der USA.

 

„Das hier ist schon eine absolut einzigartige Konstellation“, sagt Susan Tedeschi abschließend, „denn alle Mitglieder dieser Band könnten ohne Weiteres ihre eigene Combo leiten. Wie besonders diese Gruppe ist, das ist jedem von uns klar. Wir wollen so weitermachen, gemeinsam den nächsten Schritt gehen.“

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